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Situation in Humes und Hierscheid

Zu etwa 100 Notfalleinsätzen im Jahr rückt der saarländische Rettungsdienst nach Humes und Hierscheid aus.  Vom Notruf bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes vergehen in Humes und Hierscheid durchschnittlich rund 11 Minuten.

Gerade bei besonders zeitkritischen Ereignissen wie Bewusstlosigkeit, schwerer Atemnot, Kreislaufversagen und schweren Verletzungen ist schnelle und richtige Hilfe wichtig. Aber: Wer ist noch fit in Erster Hilfe und kann diese Wartezeit mit den richtigen Maßnahmen überbrücken?

Übrigens: Zögern Sie im Notfall nie  - Holen Sie Hilfe!

Rufen Sie die Integrierte Leitstelle an: Notruf 112 rund um die Uhr - Tag und Nacht!

In der Projektgruppe haben sich engagierte Helfer aus ASB, Feuerwehr und DRK zusammengeschlossen, um das so genannte "therapiefreie Intervall" zwischen Notruf und Eintreffen des Rettungsdienstes durch den Einsatz qualifizierter Helfer (= First Responder) in Humes und Hierscheid abzukürzen.

Um effektiv Hilfe leisten zu können, müssen First Responder-Systeme organisatorisch und technisch in die bestehenden Strukturen des Rettungsdienstes eingebunden werden. Die Einführung von First Responder-Systemen ist mit hohem Aufwand verbunden, deshalb sind umfangreiche Vorbereitungsarbeiten notwendig.

Das Projekt befindet sich jetzt in der Umsetzungsphase. Mittlerweile sind 7 First Responder in 86 Unterrichtseinheiten von Ärzten und Rettungsassistenten des ASB ausgebildet worden und haben die Abschlussprüfung am 4.12.2010 bestanden. Die Helfer bilden sich regelmäßig beim ASB fort und treffen sich alle zwei Wochen zum Training damit das Erlernte erhalten bleibt und Neues dazu gelernt wird. Weitere 2 First Responder sind aufgrund ihrer medizinischen Vorbildung (z.B. als Rettungssanitäter) qualifiziert.

Im Mai 2011 haben wir die Gespräche mit dem Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Saar (ZRF-Saar) und dem Innenministerium aufgenommen und haben am 6. Dezember 2011 die Konzeption im Detail vereinbart. Damit konnte das Projekt am 1.3.2012 in den Echtbetrieb gehen.

Bei jedem Einsatz werten wir nicht nur die rettungstechnischen Daten aus, sondern auch die Veränderung bzw. Verbesserung des Zustandes unserer Patienten durch das Eingreifen der First Responder. Das Projekt wird in medizinischer Hinsicht wissenschaftlich begleitet und ausgewertet durch einen Arzt des Klinikums Saarbrücken. Die Auswertung der medizinischen Einsatzdaten erfolgt mit dem so genannten Mainz Emergency Evaluation Score (MEES). Mit diesem System kann die Veränderung des Patienzustandes ab dem Zeitpunkt der ersten Untersuchung durch die First Responder wissenschaftlich gesichert nachgewiesen werden.